20.11.2009 – Gute Verdauung durch natürliche Fettregulation

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Anlässe für ausgedehnte Schlemmereien gibt es in der Weihnachtszeit genug. Meist kommt mit den Leckereien eine große Portion Fett mit auf den Teller. Aber nicht immer bekommt jedem ein fettes Essen und der Genuss wird dann mit Verdauungsbeschwerden quittiert.

Tatsächlich hat sich der Fettverzehr in den vergangenen Jahrzehnten drastisch erhöht. So ist inzwischen der Anteil des Fettes an der Gesamtenergiezufuhr in unserer täglichen Kost von 10 bis 20 Prozent auf bis zu 40 Prozent angestiegen. Kein Wunder, dass etwa jeder Zweite in Deutschland mit erhöhten Blutfettwerten zu kämpfen hat. Dabei übt z. B. das im Blut vorhandene Cholesterin eine Reihe von wichtigen Funktionen aus und ist nicht grundlegend schädlich. So ist dieser lebenswichtige Baustein Ausgangsstoff für die Gallensäuren, die für die Verdauung benötigt werden. Cholesterin ist auch die Basissubstanz für die körpereigene Herstellung des Knochenvitalstoffs Vitamin D oder auch für die Produktion von wichtigen weiblichen und männlichen Hormonen. Sammelt sich allerdings zu viel Cholesterin im Blut an, dann kann es fü die Blutgefäße tatsächlich „eng“ werden, denn das überschüssige Fett wird dann in den Gefäßwänden abgelagert und kann zur Arteriosklerose beitragen. Da das Cholesterin als Fett im wässrigen Blut nicht löslich ist, wird es zusammen mit Proteinen in kleine Kügelchen (Lipoproteine) verpackt und als solche im Blutstrom zu den Geweben transportiert. Diese Fett-Eiweißkügelchen werden ihrer Dichte nach unterschieden. Man bezeichnet Lipoproteine mit geringer Dichte als LDL ( vom engl. „low density lipoproteins“ abgeleitet) und Lipoproteine höherer Dichte als HDL (vom engl. „high density lipoproteins“).

Besonders problematisch sind die „versteckten“ Fette, die beispielsweise in Form von Soßen, Wurst und Käse aufgenommen werden. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass etwa drei Viertel des gesamten Fettes über solche Lebensmittel verzehrt werden. Hier lohnt es sich also, den täglichen Speiseplan in Bezug auf mögliche „Fettmonster“ genauer zu prüfen. Zur Erhöhung der Blutfettwerte trägt aber nicht nur eine falsche Ernährung bei, sondern auch Übergewicht, Bewegungsmangel und ein übermäßiger Alkoholkonsum können die „Fettschwemme“ begünstigen.

Die Artischocke, deren fleischige Teile der Schuppenblätter und der Blütenboden auch gerne als köstliches Gemüse verzehrt werden, gehört zu den Korbblütlern und besticht durch ihre Blütenstände mit tiefvioletten Blüten. Ebenfalls bestens bekannt ist die Heilwirkung der Artischocke. Deren verdauungsfördernde und leberschützende Wirkung ist in erster Linie auf die in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffe, Flavonoide und Caffeoylchinasäurederivate (hier ist vor allem der Wirkstoff Cynarin bekannt) zurückzuführen. Tatsächlich haben eine Reihe von Untersuchungen gezeigt, dass diese Inhaltsstoffe den Gallenfluss anregen und den Fettstoffwechsel erleichtern. Unangenehmen Blähungen, Völlegefühl und krampfartigen Beschwerden im Magen-Darmbereich, die bei unzureichender Fettverdauung nicht selten auftreten, wird dadurch entgegengewirkt. Weiterhin hat sich gezeigt, dass die Artischocke einen günstigen Einfluss auf den Fettstoffwechsel und auf erhöhte Blutfettwerte haben kann.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Frischpflanzen-Presssaft aus den Artischockenblütenknospen, der auf seine Wirksamkeit bei Verdauungsbeschwerden hin untersucht wurde. Die Gabe von zwei- bis dreimal täglich 10 Milliliter Presssaft – vor der Mahlzeit eingenommen – für die Dauer von drei Monaten hat in einer Anwendungsbeobachtung mit 110 Personen gezeigt, dass die typischen Begleiterscheinungen bereits nach einer sechswöchigen täglichen Zufuhr des Artischocken-Pressaftes um 40 bis 60 Prozent reduziert werden konnten. Nach einer dreimonatigen Anwendungsdauer waren die Beschwerden bei den Studienteilnehmern sogar um 80 Prozent zurück gegangen. Außerdem konnte in dieser Untersuchung auch eine Verminderung erhöhter Blutfettwerte beobachtet werden.

Ein großer Vorteil der Frischpflanzen-Presssäfte besteht darin, dass in ihnen der gesamte Wirkstoffring der frischen Pflanze enthalten ist, wobei darauf geachtet werden sollte, dass dieser frei von Zusatzstoffen (z. B. Konservierungsmittel) und Alkohol ist. Außerdem sollten die verwendeten Pflanzen aus biologischem Anbau stammen. Erhältlich sind diese Frischpflanzensäfte in der Apotheke oder im Reformhaus.

Dr. Michaela Döll

Quelle

Gesunde Medizin, Ausgabe 12/2009

Pflanze des Monats

Die Acerola-Kirsche, auch »Westindische Kirsche« genannt, verdankt ihren Namen der
äußerlichen Ähnlichkeit mit unseren hiesigen Früchten. Sie ist für ihr außerordentlich hohes Vitamin-C-Angebot bekannt, das etwa 30-mal höher liegt als bei der Zitrone.

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