11.01.2010 – Verstopfung - Hilfe aus der Natur

Wer weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat und/oder den Darm nur unter Schwierigkeiten (z. B. Schmerzen, heftiges Pressen) entleeren kann, der gilt als verstopft. Ein Schicksal, das er mit etwa 15 000 anderen Personen in Deutschland teilt. Die Ursachen für den „Stau“ im Darm sind vielfältig. So kommt es beispielsweise im Urlaub, durch veränderte hygienische Bedingungen („Fremdkloeffekt“), durch Zeitverschiebungen oder durch Stress, zur Verstopfung. Das ist der „Akutfall“. Meistens reguliert sich der Stuhlgang in diesen Fällen wieder von selbst. Die regelmäßige „Sitzung“ ist vielfach auch durch Zeitmangel erschwert. Manchmal meldet sich der Darm völlig „unpassend“ am Arbeitsplatz oder bei sonstigen Aktivitäten, die man wegen eines Toilettengangs nicht unterbrechen möchte. Der Stuhldrang wird dann unterdrückt, was der „Erziehung“ des Darmes zur regelmäßigen Entleerung drastisch entgegen wirkt. Und schließlich gibt es noch eine Reihe von Erkrankungen und Medikamenten, die den Darm chronisch träge und faul werden lassen.
Die Ernährung der heutigen Zeit ist vielfach „darmunfreundlich“
Was haben „Fast food“, weiße Brötchen, Kuchen, Pudding und Süßigkeiten gemeinsam? Richtig: Sie sind arm an Ballaststoffen und enthalten dafür teilweise reichlich Zucker. Kein Wunder also wenn der Verzehr an Ballaststoffen in den vergangenen Jahrzehnten, wo sich unsere „Essgelüste“ doch sehr gewandelt haben, stark zurück gegangen ist. Unsere Vorfahren aßen mindestens das Fünffache an Faserstoffen. Auch die Naturvölker nehmen mehr Ballaststoffe auf – Darmkrebs ist dort nahezu unbekannt, denn die Ernährung und ihr Anteil an diesen Begleitstoffen spielt bei der Entstehung dieser Erkrankung eine wichtige Rolle. Wer sich überwiegend pflanzlich ernährt, wird den Speisebrei im Verdauungstrakt meist schneller wieder los und produziert höhere Stuhlgewichte – durchschnittlich 300 bis 400 Gramm täglich – als Personen, die fettreiche und faserarme Kost bevorzugen (durchschnittlich 100 bis 150 Gramm täglich). In der heutigen Zeit verzehren wir im Durchschnitt täglich 15 bis 25 Gramm Ballaststoffe pro Person – gefordert werden aber wenigstens 30 Gramm pro Person und Tag, denn die Ballaststoffe haben es tatsächlich „in sich“. Sie kommen vor allem in Getreide, Hülsenfrüchten, Obst und bestimmten Samen (wie z. B. Indischen Flohsamenschalen) vor, gelangen unverdaut in den Dickdarm und können dort eine Reihe von gesundheitsfördernden Wirkungen entfalten. Vor allem können Sie aber einen wesentlichen Beitrag zur besseren Verdauung und zur Darmtätigkeit leisten.
Ballaststoffe bringen den Darm wieder in Schwung
Ballaststoffe aus den Samen der Pflanze Plantago ovata, Indischer Flohsamen, z. B. aus Reformhaus oder Apotheke, haben sich als effektives und natürliches Darmregulans bestens bewährt. Im Darm quellen diese Faserstoffe auf, wodurch das Darm- und Stuhlvolumen zunimmt. Die Volumenzunahme des Stuhls regt nun durch den Druck auf die Darmwand die Peristaltik an und löst damit den Reflex zur Stuhlentleerung aus. Die in den Flohsamen vorhandenen Schleimstoffe sorgen des Weiteren für eine bessere Gleitfähigkeit des Stuhls – dieser wird weicher und kraftvolles Pressen erübrigt sich damit häufig. Am besten ist es, wenn die Samen in wenig Flüssigkeit kurz (10-15 Minuten) vorgequollen werden. Wichtig ist es allerdings auch, über den Tag verteilt viel zu trinken (z. B. Wasser, Kräutertee), damit die Quellung im Darm auch weiterhin gut ermöglicht wird. Ebenso hilft der Manna-Feigensirup dem trägen Darm, wieder in Bewegung zu kommen. Er wird aus dem echten Manna, dem schonend eingedickten Pflanzensaft der Manna-Esche, gewonnen und sorgt, regelmäßig angewendet, für einen weichen Stuhl, der vor allem auch bei Hämorrhoiden oder Rissen in der Analschleimhaut eine Erleichterung darstellen kann. Der gutverträgliche Pflanzensaft, der im Gegensatz zu einigen anderen pflanzlichen Abführhilfen frei ist von schädlichen Anthrachinonen, kann sogar während der Schwangerschaft oder auch von Kindern angewendet werden. Die im Manna-Feigensirup ebenfalls enthaltenen Feigen zeichnen sich wiederum durch einen hohen Anteil an Ballastund Mineralstoffen, wie z. B. Kalzium und Phosphor, aus, die bei Verstopfung eine regulierende Wirkung ausüben können. Erhältlich ist der Manna-Feigensirup sowie das bereits beschriebene rein pflanzliche Abführmittel aus den Indischen Flohsamen im Reformhaus.
Erziehen Sie Ihren Darm – Dickdarmzeit ist morgens!
Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Es bedeutet das Wecksignal für den Darm. Verzichten Sie auf keinen Fall darauf. Günstig kann sich ein Glas Wasser gleich nach dem Aufstehen auswirken. Idealerweise sollte das Frühstück aus einem Müsli oder einem Vollkornbrot/brötchen bestehen. Die vollwertige, ballaststoffreiche Nahrung übt einen Dehnungsreiz auf den Verdauungstrakt aus, der nach der Einnahme der ersten Mahlzeit am Tag am stärksten ausgeprägt ist. Die Zeit nach dem Frühstück ist daher für eine „Sitzung“ am ehesten geeignet. Planen Sie diese morgens ein und stehen Sie lieber etwas eher auf, damit der Darm auch Gelegenheit hat sich zu entleeren. Hilfreich ist es in jedem Fall, für den Gang zur Toilette immer dieselbe Tageszeit zu wählen. Damit erzieht man den Darm zur Regelmäßigkeit. Auch wenn das anfänglich nicht so recht klappen will, die Mühe lohnt sich in der Regel. Was der Darm schließlich über Jahre verlernt hat, kann er nicht innerhalb weniger Tage wieder aufholen. Der Darm ist ein „Gewohnheitstier“ – das betrifft schlechte Angewohnheiten genauso wie gute. Ebenso wichtig ist auch eine regelmäßige Bewegung, damit der Darm aktiv bleibt – also runter von der Couch bei Verstopfung!
Quelle:
Gesunde Medizin 01/2010
Dr. Michaela Döll
www.fitness-gesundheitantiaging.de
















